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50 Jahre Ein­wan­de­rung aus der Türkei –  Grund zum Feiern!

Am 30. Ok­tober 1961 schloss die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land mit der Re­gie­rung der Tür­ki­schen Re­pu­blik ein Ab­kommen über die „An­wer­bung und Ver­mitt­lung aus­län­di­scher Ar­beit­neh­mer“. Ge­rade für Berlin er­hielt dieses Ab­kommen eine große Be­deu­tung, weil der West­teil der Stadt nach dem Mau­erbau 1961 plötz­lich von den Ar­beit­neh­mern aus den Ost­be­zirken und aus dem Um­land ab­ge­schnitten war. Und diese Lücke füllten die neu an­ge­wor­benen Ar­beits­kräfte aus der Türkei.

Die Männer und Frauen, die da­mals als „Gast­ar­bei­ter“ nach Berlin kamen, tragen we­sent­li­chen An­teil daran, dass auch im ein­ge­mau­erten West-Berlin die wirt­schaft­liche Pro­duk­tion auf­recht­er­halten werden konnte, dass sich die Halb­stadt über­haupt öko­no­misch ent­wi­ckeln konnte.

Die 1. Ge­ne­ra­tion legte den Grund­stein für eine neue Viel­falt - kul­tu­rell, eth­nisch, re­li­giös -, in die sich die Deut­schen erst all­mäh­lich wieder hin­ein­fanden. An den Folgen der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­ror­herr­schaft, die jeg­liche Viel­falt aus­lö­schen wollte, hat Deutsch­land, hat auch Berlin lange zu tragen.

Aus diesem Grund lohnt es sich, 50 Jahre nach An­wer­bung der ersten Gast­ar­beiter aus der Türkei, einmal zu­rück zu bli­cken, einmal den enormen ge­sell­schaft­li­chen Wandel Revue pas­sieren zu lassen und ge­rade der 1. Ge­ne­ra­tion ein großes Dan­ke­schön aus­zu­spre­chen.

1961 lebten nur 284 tür­ki­sche Ein­wohner in Berlin, heute be­trägt al­lein die Zahl der Un­ter­nehmen mit türk­ei­stäm­migen In­ha­be­rinnen und In­ha­bern rund 8.500 mit über 30.000 Be­schäf­tigten! In Wirt­schaft, Kultur und Ge­sell­schaft ist Berlin ohne das „tür­ki­sche Ele­ment“ nicht mehr vor­stellbar.

Wenn Berlin 50 Jahre nach dem An­wer­be­ab­kommen mit diesem In­ter­net­portal seine „tür­ki­schen Sei­ten“ auf­schlägt, dann sind dort viele, viele kleine Ge­schichten vom An­kommen in der deut­schen Ge­sell­schaft zu lesen, vom oft mü­he­vollen Auf­stieg, von Ab­leh­nung und An­er­ken­nung. Sie alle er­zählen auch davon, wie aus Berlin eine mo­derne Me­tro­pole ge­worden ist, die ge­rade wegen ihrer Viel­falt so at­traktiv für ihre Be­wohner/innen und Be­su­cher glei­cher­maßen ist.

Dafür sagt Berlin danke.
Berlin teşekkür ediyor.

Günter Pie­ning
Be­auf­tragter des Se­nats für In­te­gra­tion und Mi­gra­tion

 
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